Für jede Art von Online-Projekt ist Sicherheit unerlässlich. Doch zusätzlich zu den finanziellen Kosten können Sicherheitsprobleme zu Ausfallzeiten führen, die Ihr Projekt beeinträchtigen und Kundendaten gefährden. Sie können sich auch auf den Umsatz bzw. das Geschäft sowie auf Ihr Markenimage und die Glaubwürdigkeit Ihrer Website auswirken.
Zu Beginn gibt es verschiedene Sicherheitsbedrohungen für Online-Unternehmen, die Sie im Blick behalten sollten. Hier betrachten wir die Sicherheitsherausforderungen, mit denen Shared-Hosting-Nutzer konfrontiert sein können, sowie Möglichkeiten, diese zu verhindern und zu beheben.
Sicherheit beim Shared Hosting
Aufgrund vonder Natur des Shared Hostings und seiner Struktur gibt es einige Bereiche, die angegriffen werden können. Und obwohl die meisten Sicherheitseinstellungen vom Hosting-Anbieter verwaltet werden, können Nutzer einige Sicherheitsrisiken proaktiv verwalten und mindern. Die Bereiche des Shared Hostings, die am stärksten gefährdet sind, fallen in die folgenden Kategorien:
Ebene des Hosting-Anbieters
Serverebene (bezogen auf das Produkt und den gemeinsam genutzten Server)
Benutzerkontrolle (bezogen auf installierte Software, Einstellungen und tägliche Nutzung)
Sicherheit auf Ebene des Hosting-Anbieters
Am besten wählen Sie immer einen Hosting-Anbieter, der über die richtigen Sicherheitsmaßnahmen verfügt, um potenzielle Probleme mit Ihrem Konto, Hosting-Service und Ihren Daten zu mindern.
Einige Dinge, auf die Sie achten sollten:
Hohe Kontosicherheit und Datenschutz (Multi-Faktor-Authentifizierung & sichere Plattform).
Abwehr von DDoS-Angriffen auf Serverebene.
Regelmäßige Backups für Software (mit Benachrichtigungen).
Außerdem sollten Sie bedenken, dass Sie beim Shared Hosting nicht isoliert sind. Wenn also eine Website schwache Sicherheitspraktiken verwendet, etwa sensible Daten nicht verschlüsselt, kann dies ein Risiko für andere Nutzer darstellen. Ein Angriff, der Zugriff auf die Datenbank einer Website erhält, könnte Verbindungen oder Skripte finden, die mit anderen Konten auf dem Server interagieren.
Es besteht auch das Risiko der Malware-Ausbreitung: Wenn eine Website infiziert ist, kann sich die Schadsoftware über gemeinsam genutzte Dateien, Skripte oder Datenbankverbindungen auf andere Websites auf dem Server ausbreiten. Nachdem die Malware mehrere Websites infiziert hat, kann dies zu Datenschutzverletzungen oder weiterer Ausnutzung führen.
Beachten Sie, dass Shared-Hosting-Anbieter Serversoftware und Konfigurationen möglicherweise nicht standardmäßig aktualisieren, sobald Updates verfügbar sind. Dadurch können Schwachstellen entstehen, die dann ausgenutzt werden können. So nehmen Cyberkriminelle häufig veraltete Versionen von PHP oder MySQL ins Visier.
Das bedeutet, dass Sie sicherstellen müssen, dass alle Updates auf dem Server zeitnah durchgeführt werden. Außerdem sollten Sie prüfen, ob Hosting-Anbieter Folgendes unterstützen oder anbieten:
SSL-Zertifikate
Firewalls
Kundensupport
Unter Benutzerkontrolle
Software-Infrastruktur des Shared Hostings
Hosting-Anbieter sind für die Sicherheit der Software-Infrastruktur verantwortlich, aber Hosting-Nutzer müssen die Sicherheit zusätzlicher Software und benutzerdefinierter Codes selbst verwalten.
Unsichere Plugins und Themes
Ein Sicherheitsaspekt ist die Auswahl von Plugins, Tools und Diensten. Wenn diese nicht legitim oder sicher sind, könnten alle Shared-Hosting-Nutzer auf dem Server durch verschiedene Angriffe oder Malware-Infektionen gefährdet sein.
Es ist auch möglich, dass legitime und offizielle Software verwendet wird, diese aber nicht aktualisiert wird und dadurch zu einer Sicherheitslücke wird. Das kann bei WordPress-Updates der Fall sein, auf die Sie in E-Mails und Benachrichtigungen achten müssen, da sie nicht immer automatisch angewendet werden.
Wenn Sie Updates aktiv anwenden müssen, ist es leichter, sie zu übersehen. Das sollten Sie bei der Wahl Ihres Anbieters bedenken.
Über Hosting-Updates können Sie sich auf folgende Weise informieren:
E-Mails
Hinweise im Dashboard
Release Notes von Anbietern von Content-Management-Systemen (CMS)
Foren
Passwortverwaltung
Wenn die Passwortverwaltung nicht sicher gehandhabt wird, kann dies unbefugten Zugriff in der Hosting-Umgebung ermöglichen. Sicherheitsverletzungen können durch schwache oder leicht zu erratende Passwörter entstehen oder wenn Zugangsdaten zwischen verschiedenen Nutzern geteilt werden.
Brute-Force-Angriffe
Dabei handelt es sich um Malware, die eine große Anzahl von Passwortkombinationen ausprobiert, bis Zugriff erlangt wird. Wenn Passwörter nicht ausreichend stark sind, kann der Zugriff leichter erreicht werden.
Dateiberechtigungen
Fehler bei Dateiberechtigungen können zum Offenlegen sensibler Informationen führen, etwa von Datenbank-Zugangsdaten. Diese Art von Sicherheitsverletzung kann auch für andere Nutzer auf dem Server ein Risiko darstellen, nicht nur für die im Angriff anvisierte Website.
Sicherheit auf Serverebene
Wie bereits erwähnt, teilen sich Nutzer Serverressourcen mit anderen Shared-Hosting-Nutzern. Wenn gemeinsam genutzte Umgebungen nicht korrekt verwaltet werden, können sie verschiedene Sicherheitsrisiken mit sich bringen, die berücksichtigt werden sollten.
DDoS-Angriffe
Shared-Hosting-Konten sind anfällig für Distributed-Denial-of-Service-(DDoS)-Angriffe, bei denen Online-Systeme, Server oder Netzwerke mit Verbindungsanfragen (Internetverkehr) überflutet werden. Diese Angriffe werden häufig von einem Netzwerk aus Bots (Botnet) ausgeführt und verhindern, dass normale Internetnutzer für einen bestimmten Zeitraum auf die Website zugreifen können.
Ressourcenbegrenzung und ihre Auswirkungen
Wenn ein benachbartes Hosting-Konto angegriffen wird, nimmt dieses Konto mehr Ressourcen in Anspruch, sodass sie anderen Nutzern nicht zur Verfügung stehen. Das Endergebnis ist, dass Websites langsam oder nicht verfügbar sind.
Hosting-Anbieter können Überwachungsmaßnahmen wie Firewalls und automatisierte Traffic-Überwachung einsetzen und bei DDoS-Fällen eingreifen, um zu verhindern, dass andere Nutzer betroffen sind, wenn ein Nachbar angegriffen wird.
Zu den Maßnahmen, um die Auswirkungen von Angriffen auf demselben Server zu verhindern oder zu verringern, gehören:
Router mit hoher Kapazität
Anti-DDoS-Systeme
Isolierung von Konten
Firewalls
Systeme zur Erkennung und Verhinderung von Eindringversuchen (IDPS)
Traffic-Drosselung
Selbst wenn Sicherheitsmaßnahmen vorhanden sind, ist Webhosting in gemeinsam genutzten Umgebungen aufgrund der Struktur von Shared-Hosting-Konten etwas anfälliger.
Sicherheit gemeinsamer IP-Adressen
In einigen Fällen teilen sich Shared-Hosting-Konten, die mehrere Tarife und Websites umfassen können, dieselbe IP-Adresse. Das bedeutet, dass, wenn diese eine IP-Adresse auf dem Server von einem Cyberangriff getroffen wird, eine ganze Reihe von Hosting-Tarifen und Websites betroffen sein kann — selbst solche, die nicht das eigentliche Ziel waren.
Datenschutzverletzungen beim Shared Hosting
In Shared-Hosting-Umgebungen können Angreifer, wenn eine Website kompromittiert wird, möglicherweise Wege finden, auf die Dateien oder Datenbanken anderer Websites auf demselben Server zuzugreifen. Das bedeutet, dass ein Server, der nicht gut konfiguriert ist, anfälliger für Datenschutzverletzungen ist und unbefugten Zugriff auf andere Benutzerkonten ermöglicht.
Eine bestimmte Website auf dem Server kann angegriffen werden, etwa durch einen DDoS-Angriff, SQL-Injection oder Cross-Site-Scripting. Die daraus resultierende Beeinträchtigung von Ressourcen kann es Angreifern erleichtern, andere Schwachstellen auf dem Server auszunutzen, was dazu führen kann, dass Daten mehrerer Websites kompromittiert werden.
Anpassung der Sicherheit beim Shared Hosting
Bei Shared-Hosting-Produkten müssen Sie Ihre Serversicherheit nicht selbst verwalten, können sie aber nicht so flexibel konfigurieren wie bei Hosting-Optionen mit Root-Zugriff.
Hosting-Anbieter bieten in der Regel eine Standard-Sicherheitskonfiguration an, die die wichtigsten Sicherheitsfunktionen steuert, was möglicherweise nicht den spezifischen Anforderungen mancher Nutzer entspricht. Wenn Ihre Sicherheitseinstellungen besser konfigurierbar sein müssen, ist es wahrscheinlich besser, sich für einen dedizierten Server oder einen Virtual Machine (VPS)-Hosting-Service zu entscheiden.
Sicherheit beim Shared Hosting im Vergleich zu anderen Hosting-Arten
Shared Hosting vs. VPS und dediziertes Hosting
Beim Shared Hosting können Sie bewährte Verfahren befolgen und sicherstellen, dass Ihr Risiko minimal ist. Wenn Sie jedoch höhere Sicherheitsanforderungen haben, sollten Sie vielleicht VPS- oder dediziertes Server-Hosting wählen. Bei diesen Optionen haben Sie wahrscheinlich Root-Zugriff und die Möglichkeit, Ihre Sicherheitseinstellungen entsprechend Ihren Präferenzen zu verwalten und zu konfigurieren.
Sicherheitsvorteile von dediziertem Hosting
Ein zusätzlicher Sicherheitsvorteil von dediziertem Hosting ist die vollständige Isolation. Während Shared-Hosting-Nutzer anfällig für Risiken sein können, die durch andere Nutzer auf demselben Server verursacht werden, steht Hosting-Nutzern ein ganzer Server allein zur Verfügung sowie die vollständige Kontrolle über ihre eigene Sicherheit. Dasselbe gilt für Besitzer eines virtuellen privaten Servers, aber da die Isolation virtuell ist, sind VPS-Nutzer nicht ganz so unabhängig wie Nutzer von dediziertem Hosting.
Es sollte bedacht werden, dass die zusätzliche Sicherheitsanpassung und Kontrolle bei dediziertem Hosting und VPS auch zusätzliche Verantwortung mit sich bringt. Wenn Nutzer nicht über die technischen Fähigkeiten verfügen, Sicherheitseinstellungen selbst anzupassen und zu verwalten, müssen sie möglicherweise einen IT-Fachmann beauftragen.
10 Strategien zur Absicherung von Shared Hosting
Für Shared-Hosting-Nutzer gibt es Sicherheitsrisiken, auf die sie achten sollten, aber es gibt auch bewährte Verfahren, die diese Risiken minimieren können.
1. Regelmäßige Backups erstellen
Regelmäßige Backups von Website-Dateien und Datenbanken verhindern Datenverlust im Falle einer Datenschutzverletzung oder eines Problems mit installierter Software. Außerdem ermöglichen sie es Nutzern, durch die Wiederherstellung eines früheren, nicht infizierten Website-Zustands schneller zum normalen Betrieb zurückzukehren.
In der Regel ist es eine gute Idee, einen autobackup service zu verwenden, da manuelle Backups leicht übersehen oder nicht regelmäßig genug durchgeführt werden.
2. Nicht vertrauenswürdige Quellen vermeiden
Seien Sie bei der Verwendung von Plugins oder Software immer besonders wachsam, damit Sie nicht vertrauenswürdige Quellen vermeiden und Sicherheitsrisiken minimieren können.
3. Sichere Passwörter und 2FA/MFA verwenden
Es ist wichtig, nur starke, eindeutige Passwörter für Ihr Hosting-Konto, CMS-Admin-Panels und FTP-/SFTP-Konten zu verwenden. Für eine zusätzliche Sicherheitsebene aktivieren Sie nach Möglichkeit die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) oder Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA).
4. Berechtigungen, Benutzerrollen und Zugriff regeln
Um zu vermeiden, dass jemand unbefugten Zugriff erhält, legen Sie geeignete Benutzerrollen und Berechtigungen fest und stellen Sie sicher, dass Sie die Zugangsdaten sicher speichern und mit Partnern teilen.
Es ist bewährte Praxis, die Anzahl der Personen mit Zugriff auf Ihr Hosting-Konto und Ihre Website zu begrenzen. Überwachen Sie regelmäßig Ihre Zugriffsprotokolle und Kontoaktivitäten auf ungewöhnliches oder unbefugtes Verhalten.
Denken Sie daran, die korrekten Datei- und Ordnerberechtigungen festzulegen, um unbefugten Zugriff zu verhindern. Dazu gehören 644 für Dateien und 755 für Verzeichnisse. Vermeiden Sie 777, da dies allen Nutzern vollständige Lese-/Schreib-/Ausführungsrechte gewährt — es sei denn, Sie sind sicher, dass es erforderlich ist.
5. Eine Web Application Firewall (WAF) verwenden
Eine WAF analysiert eingehenden Website-Traffic und erkennt und filtert bösartige Anfragen heraus, bevor sie Webanwendungen erreichen. Dies hilft, verschiedene Arten von Angriffen zu verhindern, etwa SQL-Injection, Cross-Site-Scripting (XSS) und Remote File Inclusion.
WAFs können bekannte bösartige IP-Adressen und Quellen von Spam oder DDoS-Angriffen blockieren und so verhindern, dass diese Anfragen die Leistung der Website beeinträchtigen.
Verwenden Sie eine WAF, um bösartigen Traffic zu Ihrer Website zu filtern und zu blockieren. Einige Hosting-Anbieter bieten WAFs als Teil ihres Dienstes an, oder Sie können Drittanbieterlösungen wie Cloudflare oder Sucuri verwenden.
6. SSL-Zertifikate für die Website-Sicherheit verwenden
Für die Sicherheit von Websites und den Schutz von Benutzerdaten sind SSL-Zertifikate eine wesentliche Maßnahme. Das HTTPS-Protokoll sichert die Kommunikation zwischen Ihrer Website und Besuchern. Viele Hosting-Anbieter, wie Let’s Encrypt, bieten kostenlose SSL-Zertifikate für alle Websites an.
7. Patches, CMSs und Plugins regelmäßig aktualisieren
Halten Sie Ihre Content-Management-System-(CMS)-Plattformen, Plugins und Themes immer regelmäßig aktuell, um Sicherheitslücken zu minimieren.
Stellen Sie sicher, dass Ihr Hosting-Anbieter sämtliche Serversoftware wie Apache, PHP und MySQL vollständig auf dem neuesten Stand hält.
8. Auf verdächtige Aktivitäten scannen und diese überwachen
Überwachen Sie regelmäßig Anzeichen verdächtiger Aktivitäten, um Sicherheitsbedrohungen zu erkennen. cPanel Virus Scanner ist in den Spaceship Shared Hosting-Tarifen enthalten. Es gibt auch kostenlose Überwachungsdienste wie ImunifyAV und kostenlose Online-Scanner wie Sucuri.
Tools zum Scannen auf Malware erkennen und entfernen Schadsoftware von Websites, und viele Hosting-Anbieter bieten integrierte Malware-Scans an. Sie können auch ganz einfach Sicherheits-Plugins für beliebte CMS-Plattformen wie WordPress installieren.
9. Secure File Transfer Protocol (SFTP) verwenden
Implementieren Sie SFTP für Ihr File Transfer Protocol (FTP), um die Übertragung von Website-Dateien sicherer zu machen. Während FTP Daten (einschließlich Passwörtern) im Klartext überträgt, verschlüsselt SFTP die Datenübertragung. Eine weitere sichere FTP-Alternative ist File Transfer Protocol Secure (FTPS).
10. Starke Kontoisolation
Am besten wählen Sie einen Hosting-Anbieter mit starker Isolation von Benutzerkonten, wie etwa CageFS von CloudLinux, um die Umgebung jedes Nutzers zu isolieren und zu verhindern, dass Benutzerkonten andere beeinträchtigen.
Zusätzliche Sicherheitsaspekte
Prüfen Sie immer, ob Ihr Hosting-Anbieter sinnvolle Sicherheitsrichtlinien und -standards befolgt und über Technologien wie CloudLinux und cageFS verfügt. Denken Sie daran, dass die Grundprinzipien der Sicherheit beim Nutzer beginnen. Stellen Sie daher sicher, dass Sie starke Sicherheitsmaßnahmen umsetzen, wie automatische Backups, SSL-Verschlüsselung sowie das automatische Patchen und Aktualisieren von Serversoftware.
Zu den Sicherheitsprodukten, deren Kauf Sie in Betracht ziehen können, gehören:
Autoscan- und Bereinigungstools zur Malware-Erkennung
Verschlüsselter Terminalzugang über Secure Shell (SSH)
Schutz vor Angriffen mit hohem Datenvolumen
WAF
DDoS-Schutz
CDN (zur Verringerung der Auswirkungen von DDoS-Angriffen)
Bleiben Sie sicher und geschützt
Sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen jeder Größe sollte Cybersicherheit immer hohe Priorität haben. Als Shared-Hosting-Kunde gibt es einige Sicherheitsaspekte, auf die Sie achten sollten, aber wenn Sie die richtigen Entscheidungen treffen und bewährte Verfahren befolgen, können Sie die Risiken unter Kontrolle halten.


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